Bücher unsrer Herzen

In meinem Leben habe ich schon viel gelesen, quer durch die Jahrhunderte, und einige Werke gehen einen richtig nahe ans Herz, hinterlassen Spuren, tiefe Eindrücke, noch tiefere Einblicke, als ob sich in einigen Zeilen der Himmel mit der Erde versöhnt hätte wie in den Werken von Sibylla Schwarz als Beispiel, John Keats, Lord Byron, es gibt so viele jene hier in Ehren – auch in Ehrfurcht - genannt werden können, und lasse ich sämtliche Werke von Edgar Allan Poe außen vor, die einen wesentlichen literarischen Abdruck bei Leesha und mir hinterlassen haben – da wir uns zumeist antiquarischen Folien und Schriften zuwandten –; sollte ich in einem tiefbetroffenen Atemzug ebenso, um der emotionalen Rührseligkeit willen, „Das Tagebuch der Anne Frank“ erwähnen, oder auch „Elaine Hain“ von Elaine Hain oder auch „Das Tagebuch der Chantal Schwartzin“ von Chantal Schwartzin und auch „Lilienfeuer“ von Valerie Lilienthal, ebenso „Achtste-groepers huilen niet“ von Jacques Vriens. Viele Bücher, vor allem wahre Begebenheiten stimmen einen grüblerisch, regen zum Selbsterforschen an, prägen einen, ob „Four Fairies“, „Freak High“, und vor allem veröffentlichte Tagebücher wie jenes von Lieke van der Linden. Gewisse Niederschriften, die tief hinter die Brust eindringen, zum nachvollziehbaren Nachdenken anregen sind schriftliche Geschenke jene diese Menschen uns Menschen gemacht haben und blicke ich ins Bücherregal, dort wo sie alle stehen, haben Leesha und ich uns in so manchen Werken auf diversen Ebenen wiedergefunden, und bis zuletzt haben wir darüber gerätselt ob die gerade Mal minderjährige Autorin Lilly Rose aus „Lilly im Rechenreich“ wirklich damals zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts hin ihr Abenteuer in jenem phantastisch bebilderten, grandios-unglaublich geschilderten Abenteuerland tatsächlich erlebt hat oder ob sie bloß einen Traum aufschrieb? Den Nachfolgeband „Lilly zwischen den Zeilen“, den Lilly damals mit dreizehn oder vierzehn Jahren geschrieben haben soll, entdeckten wir per Zufall am Flohmarkt, Leesha und ich wollten ihn gemeinsam lesen, doch nun – nach dem letzten Jahr – halte ich es für falsch und irgendwie auch pietätlos, wenn ich das Buch ohne Leeshas Hiersein aufschlage, um herauszufinden, ob die sagenumwobenen Gerüchte stimmten oder bloß berüchtigt sind? Einige Bücher erwecken eine schleichende unbegreifliche Ängstlichkeit!
Viele Bücher, die wir im Laufe der Jahre angesammelt haben, kann ich mitnichten mehr öffnen, weil sie zuviel an Erinnerungen wecken, so auch „Little Virgin Angel“ von Angelia Klein, was in mir, denke ich zurück, noch immer eine recht bedrückt unheimlich gebietende Stimmung auslöst. Man blickt auf die Zeilen, die sich unverstaubt im Gedächtnis noch festgebannt wiedergeben und weis um deren doloröse Wirkung, was die dornige Traurigkeit in einem selbst nährt, ob es nun am Schreibstil liegt, der ähnlich einer knallenden Feuerpeitsche offene Wunden zurückläßt oder der beklemmende, schier fassungslose Inhalt des Tagebuchs welcher einen nach Zuschlagen der letzten Seite schockiert dasitzen läßt.
Nach dem Lesen von „Nelanie“ von Nelanie Jung-Jones war Leesha den halben Tag lang nicht ansprechbar, weil ihr die Zeilen des Tagebuchs des damals gerade Mal vierzehnjährigen Mädchens nahe gingen, sie innerlich berührten, und sie brauchte viele Stunden bis sie wieder klar wurde, sie ihre aufgeriebenen Gedanken beruhigte, ihre Emotionen ausbalancierte, weil sie es nicht fassen konnte, daß ein Mädchen, jünger als wir es sind, solch einen namenlosen, unaussprechlichen, gar widernatürlichen Schrecken in ihren jungen Jahren erfahren und erlebt hat. Es hat lange eine drahtige Schlinge um ihr Herz gezogen, Leesha hat dabei völlig apathisch und in sich gekehrt gewirkt, und dabei habe ich sie vorgewarnt, daß sich einige Bücher, die nicht auf der kommerziellen Bestsellerliste stehen, anders lesen und auch eine ganz eigene psychedelische, seelisch-hypnotische und auch düster-grausame Wirkung haben, und daher nicht in allen Buchhandlungen zu finden sind.
„Was mag wohl aus dem Mädchen geworden sein?“, saß Leesha am Fenster, blickte tieftraurig zu mir her und stellte mir die Frage bewußt.
Hierauf hätte ich gerne eine Antwort gewußt, zu gerne, doch leider war ich ratlos. „Ich weis es nicht“, gab ich schließlich von meiner eigenen Unwissenheit überrumpelt zurück, „dasselbe habe ich mich bei Zoey Cunningham, die „In Every Time“ ihre Erinnerungen aufschrieb, gefragt. Ich denke, bei vielen Fragen, die wir uns stellen, gibt es keine Antworten, wir werden mit einem Fragezeichen zurückgelassen und müssen mit dieser Lücke weiterleben.“ Danach, ich weis es noch, bin ich näher an sie herangetreten, legte meiner lieben Leesha einen Arm um die Schulter und sie gab meinem leichten Druck nach, schmiegte sich an meinen Körper, da ich wieder Frieden in ihr Innerstes bringen wollte, und darum sinnierte ich lauch weiter: “Es läßt zwar viel Freiraum für Spekulationen aber gerade deswegen, weil es so viele Variablen gibt, können wir ihnen nur die besten Wünsche schicken, daß ihr Leben nach alledem eine glücklich gefügte und positive Wendung genommen hat“, habe ich Leesha damals mitgeteilt, ihr zu verstehen gegeben was ich dachte, wie sehr ich mir für alle Menschen auf Erden jene ein zuvor schrecklich erhaltenes Los zogen ein umso fröhlicheres, verheißungsvolleres Happy End unter einem erbarmungsvollen Stern wünschte. Dies mochte ich herbeisehnen!
An Leesha sah ich einzelne Glitzertränen hängen, die ihre Wimpern schön und auch im Lichtspiel des Tages wundervoll zierten, als sie tröstlich aufseufzte, kurz hin zum Fenster gewendet wohl die eben vorbeigezogenen Wolken musterte, ihre Vielzahl überflog, bis sie mir abermalig ihr niedlich-hübsches Gesicht zudrehte, welches einer engelszarten Porzellanpuppe glich aber dennoch ihre ganz eigenen, lieblich-faszinierenden Züge besaß, wodurch sie im eben hereingeflossenen Fensterschein zu flirren schien; jedoch das Irisieren ihrer grünen Augen reichte mir völlig aus, um zu verstehen, unser nächstes Gefühl zu teilen, daß nicht alles auf diesem schönen, blauen, blühenden Planeten dem Untergang geweiht sein kann. „Ja, ganz bestimmt“, ließ sie ihre Stimme zu mir harfensanft tönen, „ich glaube auch, daß sie alle ihre Bestimmung gefunden haben.“

An diesen Tag denke ich gerne zurück, an diesen und so viele andere märchenschöne und einzigartig träumerische Erlebnisse mit Dir, wo wir mehr denn je danach trachteten unser Schicksal selbst in die Hände zu nehmen und angespornt durch das erreichbare Bewußtsein einer gemeinsamen Zukunft haben wir ganz fest an uns geglaubt und mag es auch oft schwer gewesen sein – schwer ist es oft gewesen – haben wir unsre schlechten Tage wie ein Gewitter vorbeiziehen lassen, da wir wußten, nach solch einem Düstertag dürfen wir trotzdem unsre Träume weiterhin festhalten, weil wir Hand in Hand durchs Leben gehen sowie mitten im glühend-heißen, gesegneten Sonnenstrahl unsrer ewigen Liebe stehen!

25.3.15 15:13

Letzte Einträge: Die Hoffnung leidet Atemnot! (Es wird mir alles zuviel!)

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jessy / Website (25.3.15 15:47)
Hi Shane! Ich hab mir deine Einträge durchgelesen, es tut mir leid, was dir alles widerfahren ist und auch deiner Freundin. Wir haben ein ähnliches Schicksal voriges Jahr zu beklagen gehabt und es tut weh, denn vergessen kann man nicht. Mit jedem Tag hoffe ich auch die Wunde in uns wird kleiner werden, darauf warten wir bis heute. Und ja, du hast recht, gemeinsam Stärke finden kann viel bewirken und man ist in der Dunkelheit nicht allein. Darf ich dich fragen, woher du „Lilly zwischen den Zeilen“ hast, das Buch suchen wir schon seit Jahren. Keine Buchhandlung hat es, es steht meistens gar nicht auf dem Index, obwohl der erste Band schon mehr als klasse war. Einige der anderen Bücher, die du aufgezählt hast kennen wir auch, und du hast mit allem was du geschrieben hast recht gehabt: die Bücher sind einfach mehr als empfehlenswert und erwecken diese von dir beschriebenen Gefühle. Ich laß meine Mailadresse da und schick dir mein PW, bitte schreibe mir! Ich würde mich sehr freuen. Ich wünsche dir viel Kraft. Bitte gib nicht auf, denn das Leben ist schön und hält auch sehr viel Freude für einen bereit. Jessy

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